philosophy

Wir pflanzen nach jedem 5. Olivenbaum einen Feigenbaum, sodass die Olivenfliege ihre Larven nicht in die Oliven legt, sondern in die heranreifende Feige. Die Larven ernähren sich vom Fruchtfleisch der Oliven, was die Qualität vermindert und die Erntemenge reduziert. Durch diese uralte Schädlingsbekämpfung verlieren wir zwar Platz für den Anbau von Olivenbäumen, es ist aber die sanfteste Möglichkeit sich dem Problem zu stellen.

Zudem kultivieren wir eher kleine Olivenhaine mit bis zu 200 Bäumen, was grundsätzlich weniger Probleme mit Schädlingen mit sich bringt, als große Monokulturen.

Zusätzlich verwenden wir „Vino Rosso“ Fallen, einer Mixtur von Rotwein, Rotweinessig, Zucker und Wasser. Durch den Duft werden die Fliegen angelockt und verenden beim Konsum der Mixtur.

Der Boden in unseren Olivenhainen wird nicht gepflügt, sondern lediglich gemulcht. Zwischen den Bäumen bauen wir Leguminosen an, also Hülsenfrüchte wie etwa Bohnen, Erbsen oder Linsen. In Zeiten des Klimawandels helfen Leguminosen dem Boden den Feuchtigkeitsgehalt in Ober- und Unterboden zu halten. Die Samen werden ohne vorheriges Pflügen eingesät (Direktsaatverfahren) und sobald die ausgewachsenen Pflanzen zu blühen beginnen, werden sie gemulcht. Die bodenverbessernden Eigenschaften tragen dazu bei die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten, den Boden vor Hitze zu schützen und helfen bei der Unkraut- und Schädlingsbekämpfung.

Ohne ausreichend Stickstoff wachsen Pflanzen schlecht und die Ernten fallen mager aus. Leguminosen besitzen die Fähigkeit Stickstoff aus der Luft zu binden, durch die Symbiose mit Bakterien. Dadurch müssen wir keinen Kunstdünger oder Gülle zuführen und verringern den Einsatz von großen Maschinen auf ein absolutes Minimum.

Wir kultivieren Bosana und Semidana Oliven, die meistverbreiteten Sorten im Nord-Westen Sardiniens.

 

Wir ernten nur grüne Oliven zum frühestmöglichen Zeitpunkt ab Mitte Oktober. Die Oliven werden am Tag der Ernte zu Öl verarbeitet um den Fermentierungsprozess so gering wie möglich zu halten, was sich positiv auf die Qualität auswirkt.

Ein Spiel zwischen optimalem Erntezeitpunkt und verschiedenen Verarbeitungszeiten im Malaxer und Dekanter während der Pressung in der Ölmühle, führt jedes Jahr zu einem Ergebnis mit dem höchstmöglichen Polyphenolgehalt und dem besten Geschmack. Malaxer sind im Wesentlichen Stahltanks mit schraubenartigen Rührern, die die Masse kontinuierlich umwälzen. Dies geschieht bei einer maximalen Temperatur von 26 Grad, um die Kaltpressung zu fördern, und dauert zwischen 20 und 40 Minuten. Im Dekanter wird das Öl vom Wasser und den Feststoffen getrennt. 

Die Überprüfung im Labor ergab einen sehr guten Polyphenolgehalt von 504mg/Kg. Somit ist unser Olivenöl ein echtes „Powerfood“. Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe, die in vielen Pflanzen vorkommen und eine große Vielfalt an chemischen Strukturen aufweisen. Polyphenole sind bekannt für ihre starken antioxidativen Eigenschaften. Sie neutralisieren freie Radikale im Körper, die durch Umweltfaktoren wie UV-Strahlung, Umweltverschmutzung und Stress entstehen. Freie Radikale können Zellschäden verursachen, die zu chronischen Krankheiten und Alterungsprozessen beitragen.